13.7.2007

Unter 18 kommt niemand ins Stubu
Gestern Eröffnungsparty nach drei Monaten Ruhe

Von unserem Redakteur
Volker Junck

BREMEN-BAHNHOFSVORSTADT. Spirituosen auspacken, Bierfässer anstechen, Leute einstellen, Lieferanten kontakten: Vor der Wiedereröffnung der Groß-Diskothek "Stubu" war gestern der Teufel los.Der neue Betreiber Tim Meister war am Vormittag noch beim Stadtamt, um sich seine Konzession abzuholen und letzte Details abzusprechen. Dann flitzte er fast nur noch mit dem Handy am Ohr im Stubu mit Musikkeller, Skyline, Coconut, Sixties und Latinlounge umher, um die Eröffnungsparty vom späten Abend bis in die Morgenstunden vorzubereiten.Zum neuen Sicherheitskonzept gehört ein Laufgang aus mobilen Sperrgittern zum einzigen Eingang, an dem Türsteher eines Bremer Sicherheitsdienstes alle Jugendlichen unter 18 Jahren herausfiltern und die Besucher auf Waffen oder Drogen filzen. Von den alten Türstehern ist niemand mehr dabei, und auch sonst muss sich der 27-jährige Betreiber auf neue Mitarbeiter verlassen, da er keine verantwortlichen Mitglieder der früheren Geschäftsleitung übernehmen durfte.Nun hieß es also für den studierten Betriebswirt, telefonisch die benötigten Leute für den Service zusammenzutrommeln. Einige aus der alten Mannschaft haben neue Jobs gefunden oder sind weggezogen, andere sind ganz heiß darauf, nach dreimonatiger Beschäftigungslosigkeit nun wieder Geld zu verdienen. So auch jobbende Studenten oder Geringverdiener. Während die einen schon diverse Flaschen in die Regale sortierten, kamen andere noch angesaust, um sich zum Dienst zu melden. "Hallo, hallo bis heute Abend!"Viele hatten erst aus der Zeitung oder dem Radio von der gestrigen Wiedereröffnung erfahren.Besitzer der Immobilie am Rembertiring ist nach wie vor der frühere Betreiber Rainer Büsing, dessen Pächter nun Tim Meister mit seiner neu gegründeten "Stubu Dancehouse GmbH" ist. Insgesamt fasst Bremens bekannteste Diskothek mit allen fünf Areas 1500 Besucher. Meister hat noch nicht genau durchkalkuliert, wie viele Gäste er von Donnerstag bis Sonnabend braucht, um wirtschaftlich klarzukommen.Doch bei den hohen Kosten für Miete, Personal, Inventar, Versicherungen oder den Sicherheitsdienst mit 13 Türstehern muss schon ordentlich Betrieb sein. Meister: "Da kommt einiges zusammen." Trotzdem belässt er es bei drei Euro Eintritt am Donnerstag und fünf Euro am Freitag und Sonnabend. Froh sind auch die übrigen Betriebe an der Diskomeile, mit dem Stubu wieder ein Zugpferd zu haben.

© Bremer Tageszeitungen AG



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